“Hab grad nur für dich gesungen! Und ich war gut.” Niemals hätte ich am Anfang dieses Jahres einem Menschen geglaubt, wenn er oder sie mir verkündet hätte, dass ich in nur wenigen Wochen eine SMS oben genannten Inhalts bekommen würde. Während ich Ende 2009 den emotionalen Trümmerhaufen der Beziehung zu S. aus jeglicher Perspektive betrachtet und analysiert hatte. Jedes Teil fotografiert, numeriert, kartografiert und katalogisiert hatte. Den Haufen aus Gefühlscherben umlaufen, durchquert, bestiegen, vermessen hatte. Endlich zu dem Ergebnis: “Ach Sch**ß drauf! Weg damit, und was draus lernen!” gekommen war: Sollte 2010 ganz gepflegt und entspannt als Singlette beginnen. Ich wollte mit mir allein sein. Wenigstens bis zum Frühling! Das nötige Netzwerk aus sozialen Kontakten hatte ich mir im Laufe der ersten Winterhälfte schon geflochten…besonders die Sonntagabende bei “Tatort-Gabi” sind mir ans Herz gewachsen. Merke: Wer Singlette bleiben will, sollte nicht “daten”. Denn “daten” schafft die Möglichkeitsbedingungen dafür, sich zu verlieben. Ich hatte vor eineinhalb Jahren begonnen und fast zu einer Gewohnheit gemacht, diesen romantischen Affekt, basierend auf einer Überdosis Oxytoxin, abzutrainieren bzw. nicht mehr zuzulassen. Das war nicht leicht. Schließlich gab es diverse amouröse Anwandlungen meinerseits, gerichtet auf verschiedene Menschen. Meistens hab ich das mit mir allein ausgemacht (und literweise Kaffe in der Mensa mit unterschiedlichen Freundinnen drüber redend getrunken) und die Gegenseite in Unwissen, Ahnungslosigkeit und Arglosigkeit belassen. Dies stellte sich als erfolgreiche Strategie heraus. Ich war “glückliche” Singlette, im Dauerzustand unerwiderter Zuneigung, dafür mit einer langen Telefonliste, um meine Triebe zu befrieden. An einem Punkt, an dem ich nicht damit rechnete, dass sich je ein Mensch in mich verlieben könne, angekommen, tat ich zufrieden. Das war erträglich, nicht schön. Ich hatte mich selbst und genügend Unterhaltung, wenn ich mich wieder mal verknallt hatte.
Heute habe ich gerade eine Woche der Akklimatisierung an den bisher kategorisch ausgeschlossenen Zustand (verliebt Sein) hinter mir und ich muss sagen: feels nice. Dann blicke ich auf mein kurzes Leben zurück und stelle fest: Fast 8 Jahre ist das her, dass mir dieses Glück, denn was anderes als Glück ist dies, das letzte Mal zu Teil wurde.
Ich könnte eine Anmerkung zum Verlieben in Zeiten des Internets und des Internet”datings” machen. Aber was soll das? Ich habe hier ein “öffentliches Tagebuch” – die Grenze zwischen realem und virtuellem Leben sind für mich längst durchlässig geworden. Und wie wirbt gleich einer der großen Player im Online”dating”business? “Liebe ist, wenn’s passt.”
Da lohnt es sich nicht, Fragen zu stellen. Einfach Kopf ausschalten und genießen. Für den passenden Soundtrack zur Geschichte HIER klicken.
ja, dich…
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Oxytoxin, wow – klingt total sexy …
kuschelhormon? bindungshormon? wirkt auch bei brathühnern, also vorsicht!